Wurzelschäden an Buchen
1. Situation
Die Inhaberin eines Gartens hatte vor zwei Jahren einen Tiefbauunternehmer beauftragt, durch den Garten eine Regenwasserleitung zu einem vorbeiführenden Bach zu legen. Dazu wurde ein etwa 0,8 m tiefer Graben ausgehoben, der in etwa 50 cm Entfernung an einer Buchenreihe (20 - 30 m hoch) vorbeiführte. Zwei Jahre später traten bei zwei von insgesamt sieben Buchen, obwohl der Graben an allen Buchen relativ gleichmäßig vorbeiführte, Schäden auf. Es starben zahlreiche Äste ab, die Bäume setzten nur noch wenig Laub an. Ein hinzugezogener Forstbeamter empfahl, die Bäume zu fällen. Die Grundstücksbesitzerin beanspruchte Ersatz der Fällungskosten sowie des Zeitwertes der Bäume bei der Haftpflichtversicherung des Bauunternehmers.

2. Tätigkeit unserer Sachverständigen
Während einer Ortsbesichtigung haben wir genau die Umgebungsbedingungen sowie den Vitalitätszustand aller in der Reihe stehenden Buchen aufgenommen. Dabei ergab sich, dass sämtliche Bäume in der Vitalität eingeschränkt waren und ohnehin vom Standort her durch den vorbeiführenden Bach stark beengt standen. Auf dieser Basis wurde der Zeitwert der Bäume ermittelt sowie eine Beurteilung der Auswirkungen des von dem Tiefbauunternehmer hergestellten Grabens vorgenommen.
